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Geschichte und Geschichten

1368 Im ältesten bekannten Beleg zum Namen der Rigi heisst es:
...in pede montis riginam...   am Fusse des Berges Riginam.
1384 Ein weiterer Beleg spricht von den "Riginen" (geologische Schichtungen),
womit die Diskussion um die Entstehung des Namens wohl eher
zu Gunsten der Geologie entschieden ist.
1479 Albrecht von Bonstetten, Dekan des Klosters Einsiedeln, verwendet den Namen "mons regina":
Und ist das der Berg Rigena, den die Alten eine Künigin der Bergen
geheyssen haben.
1500 Die Kapelle Heiligkreuz am Rigiweg von Weggis wird erbaut.
1540 Bartholomäus Joler aus Weggis wird vom "Kalten Bad" geheilt.
Schon im 16.Jahrhundert war diese Quelle für ihre Heilwirkung bei "Rückenweh und allerlei Fieber" bekannt. Die Badenden sollten sich im hölzernen Trog dreimal drehen, dann um die Kapelle laufen und fünf Vaterunser, fünf Ave Maria und ein Credo beten.
1585 Erste Kapelle
und Einsiedelei
auf Kaltbad.
1593 Eine eisenhaltige Quelle wird nahe Scheidegg entdeckt.
1601 Der Luzerner Stadtschreiber Renwart Cysat bennnt den höchsten Gipfel der Rigi mit "Kulm".
abgeleitet vom lateinischen "culmus". Er verwendet auch die Begriffe "Reginam montium" und "Rigam". Beide Begriffe beziehen sich auf das lateinische "riga", was Linie oder Band im Fels bedeutet.
1603 Renwart Cysat über Drachen und Namen:
Anno 1603 hat mir ein wahrhaffter alter mann, so unde an diesem Berg wonet und den Sommer gar vill zeits tag und nacht von der alpung wegen uff dem berg blybt, erzelt wie das er uf ein zeit nach mutmassung ungefahr umb das jahr 1564 an einem abent sommerzits zu angehender nacht bei heiterem himmel gsechen einen fürigen Tracken uss Pilati Berg in die Rige schiessen, hab einen grossen glantz und heitere gemacht, auch gross fürige flocken und flammen von ihme fallen lassen.
Ist dieser Berg ein lustiger schöner und glychsam also zuo reden ein zamer Berg. Obsi glichwol von dem See har etwas ruch und wild sind anzusechen. So man aber hinuff wandlet findt man inne nit sogar wild, ouch zu wandlen nit ungfüg, ouch allenthalben merenteils bedeckt mit guten Weiden und Allpen. Deswegen von den Alten und Historicis Regina Montium, das ist ein Königin der Bergen genannt worden, alls ich es in ettlichen Schriften gesehen.
Von dieses Bergsnamen sind zweyerlei Meinungen und doch beid passierlich. Die einen heissen zuo Latin "Regina Montium", und nit unbillich der Gelegenheit halber der benachpurten Bergen, die anderen Rigam, wie ouch die Landtlüt inne Rigi namsend, dann an der vordren siten gegen dem Seew ist er gestryffet oder gefalltet und mit vilen Strichen und Banden der Felsen uff einandern glychsam alles gebunden und understrichen, wölcher Nam von dem Latinischen oder Italienischen harkompt von der Glychheit wegen. Denn in selbiger Sprach heisst Riga ein Linier oder Lini."
1661 Ein Felssturz verschüttet das Mineralbad Lützelau.
1688 Johann Balthasar Sebastian Zay stiftet eine Kapelle im Gebiet Klösterli
mit dem Gnadenbild "Maria zum Schnee" um den Sennen
auf den Alpen den Gottesdienst zu ermöglichen
1700 Erstes Wirtshaus auf Kaltbad.
1721 Eine vergrösserte Kapelle wird auf Klösterli erstellt.
1756 Kaltbad erhält das Tavernenrecht.
1764 Die "Gassrübi", das Material einer Nagelfluhplatte von 200 mal 400 Metern, verschüttet den südlichen Teil von Vitznau.
1770 Klösterli

Ursprünglich übernahmen Kapuziner
die Gottesdienste von Arth aus,
später wurde für sie neben der Kapelle
ein Wohnhaus gebaut, das Klösterli
.
1775 Auf seiner ersten Schweizerreise wandert
Johann Wolfgang von Weimar über Klösterli und Kaltbad nach Kulm:
Wir bestiegen den Rigi, um halb achte standen wir bei der Mutter Gottes im Schnee; sodann an der Kapelle, am Kloster vorbei, im Wirtshaus "Zum Ochsen". Um 12 Uhr nach dem Kalten Bad oder zum Drei-Schwestern-Brunnen. Ein Viertel nach zwei hatten wir die Höhe erstiegen; wir fanden uns in Wolken, diesmal uns doppelt unangenehm, als die Aussicht hindernd und als niedergehender Nebel netzend. Aber als sie hie und da auseinander rissen und uns, von wallenden Rahmen umgeben, eine klare, herrliche, sonnenbeschienene Welt als vortretende und wechselnde Bilder sehen liessen, bedauerten wir nicht mehr diese Zufälligkeiten; denn es war ein nie gesehner, nie wieder zu schauender Anblick, und wir verharrten lange in dieser gewissermaßen unbequemen Lage, um durch die Ritzen und Klüfte der immer bewegten Wolkenballen einen kleinen Zipfel besonnter Erde, einen schmalen Uferzug und ein Endchen See zu gewinnen. Um 8 Uhr abends waren wir wieder vor der Wirtshaustüre zurück und stellten uns an gebackenen Fischen und Eiern und genugsamem Wein wieder her.
1784 Neubau der Kapelle auf Kaltbad
1795 Ein Rutsch vom Tannenberg
ins Weggiser Oberdorf
zerstört 28 Häuser
innerhalb von drei Tagen
1806 Aus der Neue Zürcher Zeitung vom 9. September 1806:
Der 2. Sept. war für den Bezirk Schwyz ein trauriger, jammervoller Tag. Nach einem vier und zwanzig stündigen ausserordentlich heftigen Platzregen borst um 5. Uhr Abends an dem Berge Spitzebüol, ob dem Dorfe Röthen, dessen oberste Felsenspitze. Zugleich trennte sich, durch unterirrdisches Wasser von dem Kern des Berges gelöset, eine ungeheure bey 300. Ellen tiefe Erdmasse in einer Breite von 100. Fuss vom Gebürg. Diese fürchterliche Errdlauwe, riss Wohnungen, Menschen und Vieh mit sich, über den Rücken des Bergs, und stürzte mit unbeschreiblicher Gewalt in das unten gelegene Thal. Viele Centnerschwere Steine vor sich her durch die Luft auf eine unglaubliche Weite schleudernd, trieb der viele Ellen hohe Erdstrom mit Blitzesschnelle über die eine Stund breite, fruchtbare und mit Wohnungen übersäete Ebene an den gegenüber liegenden Rigi-Berg, drückte den Schutt mehrere tausend Fuss hoch den Berg hinauf, zersprengte da die dickesten Bäume in Splitter, weit herum alles verheerend und überschüttend.
1806 Der Bergsturz
gemalt von Franz Xaver Triner
1811 Carl Maria von Weber steigt auf die Rigi
Ich erstieg den Kulm und kam höchst erhitzt oben an wo eine ziemliche Kälte herrschte. Um 1/2 6 Uhr erschien die Sonne in ihrem Glanze, nachdem sie vorher die Spitzen der Gletscher vergoldet hatte und reichlich war ich für meine Mühe belohnt. Beschreiben muss man so etwas nicht. Von da gingen wir den Weg über Wäggis herab, tranken bei der Capelle zur "Junfer im Schnee" aus der wunderthätigen Quelle, sahen das Bad, das wie ein Sarg aussieht und langten um 11 Uhr in Wäggis an.
1812 Auf Klösterli wird das Gasthaus "Zur Sonne" eröffnet
1815 Wirtshaus zum Kaltbad
1815 Einsiedelei Heiligkreuz ob Weggis
1816 Eröffnung des Kulmhauses am 6.August.

Erste Gäste waren der Erbauer
Joseph Martin Bürgi aus Arth
und seine Arbeiter
1820 Neubau des Rigiweges von Weggis nach Kaltbad.
1825 Staffel.
1830 Känzeli.
1830 Kaltbad
1831 Felix Mendelssohn-Bartholdy schreibt am 30.August 1831:
Ich bin auf dem Rigi. Weiter braucht ich nichts zu sagen, Ihr wisst das übrige, denn Ihr kennt den Berg. Wenn nur nicht alles so unbegreiflich schön wäre. Wenn man so aus den Bergen kommt und dann noch den Rigi sieht, das ist, als käme am Ende der Oper die Ouvertüre und andere Stücke wieder. Der abnehmende Mond, das lustigeAlphorn, die lange dauernde Morgenröte, die sich erst um die kalten, schattigen Schneeberge legte, die weissen Wölkchen über dem Zugersee, die Klarheit und Schärfe der Zacken, die sich in allen Richtungen gegeneinander neigen, das Licht, das sich nach und nach auf allen Höhen zeigte, die trippelnden, frierenden Leute in ihren Bettdecken, die Mönche aus Maria zum Schnee – nichts hat gefehlt. Ich konnte mich nicht von dem Anblick trennen und blieb noch sechs Stunden fortwährend auf der Spitze und sah den Bergen zu.
1834 Auf Kaltbad entsteht das erste Steinhaus auf der Rigi
1839 Victor Hugo
besucht die Rigi
1840 Kulm
1840 Das Kurhaus Scheidegg bietet Bade- und Trinkkuren an
1848 Eröffnung
des neuen Kulm-Hotels
mit 130 Betten.
1850 Schankbetrieb
auf Heiligkreuz
1856 Eröffnung des zweiten Hotels "Regina Montium" auf Kulm mit 200 Betten.
1860 Scheidegg
1860 Von einigen Hotels werden Briefmarken herausgegeben
1868 Alois Dahinden durfte zusammen mit einem Kollegen
die englische Queen Victoria auf die Rigi schleppen.
Jodeln inbegriffen.
Dafür bekam er sechs Goldstücke.
1869 Baubeginn der Zahnradbahn Vitznau-Staffelhöhe
1869 Eröffnung Hotel Felsentor

seit 1999 residiert dort eine
buddhistisch orientierte
religiöse Gemeinschaft
mit vegetarischem Gartenrestaurant
1870 Dampflok
SLM Winterthur
1870 Baubeginn der Zahnradbahn Staffelhöhe-Kulm
Das Hotel "Rigibahn" auf Staffel wird erstellt
1871 Eröffnung der Zahnradbahn Vitznau-Staffelhöhe
und Bau einer Strasse von Kaltbad nach Klösterli
1871 Känzeli
1873 Eröffnung der Zahnradbahn Staffelhöhe-Kulm
1874 Eröffnung der Adhäsionsbahn Kaltbad-Unterstetten
Eröffnung des Hotels "Bellevue" auf Kaltbad
? Schnurtobel Brücke,
heute Teil der Langlaufloipe
(mit Geländer)
1875 Schnurtobel Brücke
1875 Eröffnung des dritten
Hotels auf Kulm:
Grand Hotel Schreiber
mit 300 Betten.

Ludwig II, Goethe,
Brahms und andere
waren hier zu Gast.
1875 Kaltbad

eine gewisse Ähnlichkeit
mit Mario Botta's
Wellness Bereich
ist durchaus erkennbar
1875 First
mit
Scheidegg Bahn
1875 Eröffnung der Zahnradbahn Arth-Goldau-Kulm
Eröffnung des "Grand-Hotel Schreiber" auf Kulm
Eröffnung der Adhäsionsbahn Unterstetten-Scheidegg
Eröffnung des Hotels Rigi First
? Kulm
1875 Kulm
1875 Vitznau
mit
Rigi Bahn
? Rigi-Bahn
in
Vitznau
1875 Klösterli
1876 Eröffnung des Hotels Unterstetten
? Kulm
1878 Eröffnung des Hotels "Des Alpes" oberhalb Klösterli
1879 Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain besteigt die Rigi:
Wir übergaben unsere Mäntel und Reisetaschen einem Burschen, der sie für uns tragen musste, damit wir uns ganz dem Geschäft des Bergsteigens widmen konnten. Wahrscheinlich legten wir uns öfter ins weiche Gras, als dies gemeinhin der Brauch ist, denn dieser Junge fragte uns bald, ob wir ihn nur für diesen Aufstieg oder im Jahresvertrag anzustellen gedächten.
Eigentlich sei er nicht so sehr in Eile, jedoch möchte er den Gipfel noch in jungen Jahren erreichen. Also liessen wir ihn vorausmarschieren und er versprach, uns ein Hotelzimmer zu reservieren, oder im Falle dies nicht möglich sei, ein Hotel bauen zu lassen und Sorge zu tragen, dass Farbanstrich und Putz bis zu unserer Ankunft trocken seien."
1883 Die eidgenössische Postverwaltung verbietet Hotelbriefmarken
1885 Bellevue
1895 Eröffnung des Kurhauses Grubisbalm
? Dampflock
SLM Winterthur
1897 Eröffnung des
Hochperrons in Goldau
1897 Die "Stockrübi", ein Ausbruch aus den Kreidefelsen des Vitznauerstocks, erreicht Vitznau
? Kulm
1906 Eröffnung des Hotels "Edelweiss" auf Staffelhöhe
Erstmals Fahrten im Winter von Vitznau bis Staffelhöhe
Erstes Skirennen auf der Rigi
? Känzeli
? Kulm
schon damals nahm man es
in der Werbung nicht so genau
mit der Geografie.
1907 Elektrifizierung der Arth-Rigi Bahn
1910 Der Vierwaldstättersee erreicht den höchsten gemessenen Stand von 435.25m
1913 Eröffnung der Luftseilbahn Vitznau-Hinterbergen
Erschliessung der Seebodenalp mit einer Strasse
1919 In Weggis wird das erste Strandbad der Schweiz eröffnet, in dem Männer und Frauen gemeinsam baden können
1931 Die Adhäsionsbahn
Kaltbad-Scheidegg,
hier bei Unterstetten,
wird eingestellt
1937 Lokdepot
Vitznau
1937 Die Vitznau-Rigi Bahn wird elektrifiziert
1942 Eröffnung der Luftseilbahn Vitznau-Wissifluh
1948 Das Hotel "Rigi First" brennt ab
1952 Eröffnung der Luftseilbahn Brunnen-Urmiberg
1953 Eröffnung der Luftseilbahn Kräbel-Scheidegg
1954 Eröffnung der Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp
Eröffnung des heutigen Kulm-Hotels.
1961 Eröffnung der Luftseilbahn Gschwänd-Burggeist
1962 Das Grand Hotel Rigi-Kaltbad brennt ab
1964 Aus dem Steinbruch am Bürgenstock stürzen 70'000 m3 Felsgestein in den See,
die Flutwelle verursacht grosse Schäden in Weggis
1966 Die Hostellerie auf Kaltbad wird eröffnet
1968 Eröffnung
der Luftseilbahn
Weggis-Kaltbad
1992 Zusammenschluss der Bahnen Arth-Rigi und Vitznau-Rigi
1993 Erstmals in Europa wird eine 2'300m tiefe Bohrung in Weggis
zur Gewinnung von Erdwärme in Betrieb genommen
2002 Das Hotel
Des Alpes
wird geschlossen
2005 Das Hochwasser des Vierwaldstättersees
bleibt mit 435.23m nur wenig unter
dem 1910 gemessenen Höchststand
2007 Mehrere Felsstürze am Bürgenstock
lösen Flutwellen aus,
die in Weggis zu Schäden führen