Weggis
Diese Seite wurde im Jahre 2002 als Information für die Gäste unserer Ferienwohnung erstellt.
Sie wird weitergeführt für unsere Freunde, die abseits des überbordenen subprime Tourismus
noch einige sehenswerte Orte finden können. Und falls ein kulinarisches Ereignis angesagt ist,
empfehlen wir zuvor sachkundige Beratung, weil das Preis-Leistungsverhältnis an einigen Orten
inzwischen ein unterirdisches Niveau erreicht hat.
Wollen Sie wirklich in Weggis Ferien machen?
Im Winter dichter Nebel, im Sommer unzählige Touristen, und dann erst noch die Preise.
Na gut, für Camping auf dem Bauernhof reichen auch 20 Franken aus. Und dann gibt es noch diverse
Ferienwohnungen sowie das preiswerte Wanderlust-Guesthouse neben etwa zwei Dutzend weiteren
Hotelbetrieben mit nach oben offener Preisgestaltung.
Wer bereit ist, 72 Franken zu zahlen, darf sogar hoffnungsvoll die Seilbahn besteigen und kann dann mit etwas meteorologischem Glück auf den Winternebel hinabschauen.


Weggis liegt am Nordufer des Vierwaldstättersees, am milden Südhang der Rigi, mitten in der Schweiz und mitten in Europa.
Die Seeuferlänge beträgt 12 km und der Seespiegel liegt meistens auf 434 Metern.
Weggis Seilbahn
Johann Wolfgang von Goethe schrieb den ersten bekannten Reisebericht
über diese Gegend. Mehr dazu kann man auf der Seite Geschichte lesen.
Riedsort Aussicht
Aussicht von Riedsort

Weggis Luftbild
Aussicht von der HB-CGI

Aktuelle Bilder aus Weggis und Umgebung gibt es hier:   Weggis   und hier:   Bürgenstock
die Rigi
Rigi Rigenen
Hier ein wenig Geologie:
Zwischen dem afrikanischen Block
und dem eurasischen Block lag das
Ur-Mittelmeer. Als sich der afrikanische
Block nach Norden bewegte, wurde
die dazwischen liegende Erdrinde
zum Alpenkamm aufgewölbt.
Nördlich des Alpenkammes entstand eine Einsenkung, in der die Verwitterungsprodukte der Alpen als Schutt, Geröll und Sand abgelagert wurden.
Mit Ausnahme der Kalkfelsen von Hochfluh, Urmiberg und Vitznauer Stock besteht der überwiegende Teil der Rigi aus den verfestigten Ablagerungen der Ur-Reuss. Typisch für diesen Bereich, den man Molasse nennt, ist der Wechsel von harter Nagelfluh und weichen Mergel- und Sandsteinschichten.
Mit Hebungen und Senkungen des Alpenkammes drang zeitweise Meerwasser ein, so dass jeweils eine untere und eine obere Meeres- und Süsswassermolasse entstanden. Weiterer Druck von Süden auf die Alpen bewirkte, dass der Molasseblock schliesslich aus dem Becken herausgehoben wurde.
Rigi Molasse
Durch Verwitterung der Nagelfluhfelsen und Abgleiten auf den durchnässten Mergelschichten entstehen zahlreiche Rutschungen und Bergstürze.
So besteht etwa 1/3 der Oberfläche der Rigi aus Bergsturztrümmern.
Das Wandern soll des Müllers Lust sein.
So steht es in einem Gedicht, dass 1821 von Wilhelm Müller veröffentlicht wurde...

Wer die schöne Aussicht geniessen, etwas essen oder in Botta's Bad planschen möchte, sollte nach Kaltbad fahren. Für einen Verdauungsspaziergang gibt es den ebenen Höhenweg westlich zum Känzeli oder östlich nach First, der auch für Strassenschuhe, graue Panther und geländegängige Kinderwagen geeignet ist.

Kaltbad ist mit der Seilbahn ab Weggis oder der Zahnradbahn ab Vitznau bequem zu erreichen. Wer dem touristischen Rummel etwas entfliehen will, der sollte über First hinaus den Weg zur Scheidegg wählen. Der breite und ebene Weg verläuft auf einem ehemaligen Bahndamm und ist auch im Winter gut gepfadet einschliesslich einer doppelten Langlaufspur.

Zu schneefreien Zeiten kann man bei First auf den seewärts gelegenen Felsenweg abzweigen, der spektakuläre Tiefblicke bietet (schwindelfrei sollte man sein). Der Weg führt zurück auf den Bahndamm und weiter über Unterstetten, über eine alte Bahnbrücke und durch einen kurzen Tunnel nach Beinbrechi, einem vielversprechenden Ort. Zum Schluss kommt noch ein leichter Anstieg nach Scheidegg. Für den Weg hin und zurück benötigt man im Sommer etwa 4 und im Winter etwa 5 Stunden.
Wenn es auch einmal etwas auf und ab gehen darf, empfehlen wir, in Beinbrechi rechts leicht abwärts den Seeweg zu wählen, der mit herrlicher Aussicht und reicher Flora (30 Orchideenarten blühen auf der Rigi) zurück nach Unterstetten führt. Unter der Brücke nun abwärts nach Klösterli, einem bekannten Wallfahrtsort. Weiter aufwärts zu Fuss oder mit der Bahn nach Staffel, wo sich die Zahnradbahnen von Vitznau und Goldau treffen. Auf einem ebenen Weg längs der Bahnlinie geht es zur Staffelhöhe. Von hier erfolgt der Abstieg zum Känzeli, und auf ebenem Weg geht es zurück nach Kaltbad.

Am West- und Südhang der Rigi, zwischen 100 und 300m über dem See, verläuft der Lehnenweg von der Hohlen Gasse in Immensee bis nach Gersau. Für den ganzen Weg braucht man etwa 7 Stunden, doch gibt es genügend Möglichkeiten, die Wanderung durch einen Abstieg nach Weggis oder Vitznau zu unterbrechen. Das Teilstück zwischen Weggis und Vitznau ist etwas anspruchsvoller (Leitern, Hunde mögen so etwas nicht).

Und dann gibt es noch die klassischen Aufstiegsrouten, zum Beispiel von Weggis durch das Felsentor nach Kaltbad, auf denen man früher die mehr oder weniger prominenten, auf jeden Fall zahlungskräftigen "Rigibesteiger" (wie die Queen Victoria) in die Höhe getragen hat.
Rigi Flora

Rigi Udligenswil
die Rigi, von Udligenswil aus gesehen

Rigi Flora Rigi Flora Rigi Flora
Rigibahn
Weggis Herrenwald
Am östlichen Ufer des Küssnachtersees liegt der Herrenwald, der besonders im Herbst mit prächtigen Farben und einer reichen Moos- und Pilzflora zu einer kleinen Wanderung einlädt.
In schneefreien Zeiten ist der Vita-Parcour zu empfehlen. Parkplätze stehen auf Eggisbühl zur Verfügung.

Weggis Herrenwald

Herbst im Herrenwald
Weggis Herrenwald
der See
Küssnachter
See
Luzerner
Bucht
Weggiser Becken
Gersauer Becken
Urner
See
Alpnacher
See
Fläche 114 km2
Tiefe bis 214 m
Uferlänge 130 km

Wasserstand
mittel = 433.85 m
1910 = 435.25 m
2005 = 435.23 m
Wie die norwegischen Fjorde ist der Vierwaldstättersee durch tektonische Brüche bei einer Gebirgshebung entstanden. Die heutigen Formen wurden weitgehend durch die Erosion eiszeitlicher Gletscher bestimmt.
Ursprünglich waren auch der Lauerzersee, der Sarnersee und die Reussebene oberhalb Flüelens Teile des Sees und die Reuss floss durch den Küssnachter See in den Zugersee.
Die flache Luzerner Bucht wurde erst in historischer Zeit durch das Ausheben einer Fahrrinne und den Einbau einer Reussschwelle schiffbar gemacht.

Ein durchgehender Wanderweg führt rund um den See.
Etwa 5 Tage sollte man dafür aber schon einplanen.
Im Unterschied zum Zürichsee und dem Bodensee ist der Vierwaldstättersee in historischer Zeit nie ganz zugefroren. Gemäss Renwart Cysat soll am 25. April 1578 der See zwischen Hofbrücke und Weggis überfroren sein und 1685 war der See zwischen Gersau und Beckenried für sechs Wochen gefroren. Im Januar 1891 sind der Alpnachersee und das Luzerner Becken für kurze Zeit zugefroren und im Februar waren das Gersauer Becken und der Küssnachtersee von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Sogar der Urnersee soll am 28.Februar eine dünne Eisschicht getragen haben.
Enten Weggis alt= Enten Weggis
Enten Weggis
Wer an einem See wohnt, muss mit Gästen rechnen.
Diese Ente hat nun schon zum sechsten Mal bei uns gebrütet.
Weggis Hochwasser
So hoch wie 2005 soll das Wasser nicht mehr steigen, der Abfluss der Reuss wurde inzwischen vergrössert.
Weggis Aussicht Weggis Aussicht Weggis Aussicht
Weggis Aussicht Weggis Aussicht Weggis Aussicht
Weggis Aussicht Weggis Aussicht Weggis Aussicht
Vier Kantone haben einen Anteil am See: Luzern, Uri, Obwalden und Nidwalden.
Entsprechend umfangreich sind auch die interkantonalen, kantonalen und ortsspezifischen Gesetze,
Verordnungen, Vereinbarungen, Reglemente, Patente und Ausführungsbestimmungen zur Fischerei.
Bevor man also den Wurm badet oder die Hegene entwirrt, sollte man unbedingt die entsprechenden
Bestimmungen einsehen.

Das Freiangeln ist eine Besonderheit an kantonalen Gewässern:
"Von öffentlich zugänglichen Ufern, Brücken und Stegen aus darf jedermann ohne Bewilligung und
Gebühren mit einer Angelrute die Fischerei ausüben. Erlaubt ist nur eine Angelrute mit einem einfachen
Angelhaken ohne Widerhaken mit natürlichem Köder. Köderfische und künstliche Köder dürfen nicht
verwendet werden."
Mit künstlichen Ködern und vom Boot aus
darf man nur mit einem Patent angeln.
Tages- Wochen- und Monatspatente
erhält man im Tourismusbüro.
Ein Sachkundenachweis (Angelschein)
ist nur für das Jahrespatent erforderlich.
Weggis Felchen
Weggis Schleppfischen
Schleppfischen mit dem Seehund

Weggis Hecht
Weggis Zinnen
Wo es die besten Balchen gibt, hat schon
Leopold Cysat um 1670 beschrieben.
Man findet sie auch heute noch dort. Meistens.
Weggis Boot
auf dem Küssnachter See
die Schiffe
Dampferparade

Sie sind hier alle im gleichen Massstab dargestellt:

Stadt Luzern
DS STADT LUZERN - Baujahr 1928 - Länge 64 m - 1200 Personen - 1300 PS - 30km/h

Gallia
DS GALLIA - Baujahr 1913 - Länge 63 m - 900 Personen - 1080 PS - 32 km/h

Schiller
DS SCHILLER - Baujahr 1906 - Länge 63 m - 900 Personen - 700 PS - 28 km/h

Uri
DS URI - Baujahr 1901 - Länge 62 m - 800 Personen - 650 PS - 27 km/h

Unterwalden
DS UNTERWALDEN - Baujahr 1902 - Länge 61 m - 700 Personen - 650 PS - 27 km/h
Diamant
MS DIAMANT - Baujahr 2016 - Länge 63 m - 1100 Personen

Winkelried
MS WINKELRIED - Baujahr 1963 - Länge 58m - 1200 Personen

Europa
MS EUROPA - Baujahr 1976 - Länge 58m - 1100 Personen

Waldstätter
MS WALDSTÄTTER - Baujahr 1998 - Länge 58m - 700 Personen

Schwyz
MS SCHWYZ - Baujahr 1959 - Länge 58m - 1000 Personen

Gotthard
MS GOTTHARD - Baujahr 1970 - Länge 58m - 1200 Personen
Saphir  
MS SAPHIR - Baujahr 2012 - Länge 49m

Weggis  
MS WEGGIS - Baujahr 1990 - Länge 48m - 400 Personen

Brunnen  
MS BRUNNEN - Baujahr 1991 - Länge 48m - 400 Personen

Flüelen  
MS FLÜELEN - Baujahr 1991 - Länge 48m - 400 Personen

Titlis  
MS TITLIS - Baujahr 1951 - Länge 43m - 400 Personen

Cirrus  
MS CIRRUS - Baujahr 2009 - Länge 40m - 300 Personen

Mythen  
MYTHEN - Baujahr 1931 - Länge 32m - 200 Personen

Rütli  
MS RÜTLI - Baujahr 1929 - Länge 22m - 140 Personen
die Zukunft
Im Juli 2016 erschien der "Masterplan zur nachhaltigen Positionierung des Erlebnisraumes Rigi".

Dieser Bericht ist höchst lesenswert als Beispiel für die extensive Verwendung zeitnaher
und objektneutraler Erkenntnisse. Er erfüllt alle Anforderung an Nachhaltigkeit, da er in
hohem Masse wiederverwendbar ist. Hier ein kleiner, subjektiv gewählter Auszug:

Der landschaftliche Kontext ist differenzierend
und sollte mittels der vorhandenen Konzepte
kultiviert werden.

Mit dem Selbstverständnis "Erlebnisraum Rigi"
lassen sich entlang der Touchpoints der Gäste
eine Vielzahl von Aktivierungen im täglichen
Betrieb platzieren.

Das Risiko erhöht sich aufgrund der gebildeten
Cluster im Incoming-Bereich. Durch eine aktive
Bewirtschaftung und eine frühzeitige Einbindung
der Vertriebspartner können diese Risiken ebenso
minimiert werden wie die Gefahr der Substitution
durch einen regionalen Mitbewerber.

Mit einzigartigen, kuratierten Erlebnissen
begeistern wir unsere Gäste und sind in der
Lage, ihre Bedürfnisse abzuholen.

Besonderes Augenmerk verdient die
Orientierung des Outcomes an die
Sounding- und Entwicklungspartner.

Gezielte "Gipfel-Programmgestaltung"
für das historische Erbe der Rigi.
Staffel wird zum Hospitality- und Shopping-Hub.

Realisierung eines Augmented-Reality-Natur-
und Bahnerlebnispfads ergänzt durch reale Informationsträger.

Einbinden der innovativen Gastronomen
im Perimeter zur Schaffung von Vielfalt und
Vertrauen.

Reaktivierung Chänzeli als gastronomisches
Aussichtserlebnis mit Wellness- oder Wellbeing-
Bezug (z.B. Panorama-Hot-Tub).

Start des Co-Kreationsprozesses für die
Erlebnisentwicklung Abenteuerpark Rigi.

Auf- und Ausbau der Abenteuerangebote:
Outdoor-Übernachtungen, Kochen, Führungen
und Exkursionen mit Förster oder Wildhüter,
Besuch beim Bauern mit Alp-Olympiade,
Kill and Grill.

Urmiberg als Rückzugsraum für lokale
Alpinsport-Insider.
Sehr interessant finde ich das Biotop für Einheimische, den Rückzugsraum, der mit den Rigi-Bahnen
nicht erreichbar ist und daher keine Wertschöpfung bringt.
Es erstaunt wohl kaum, dass dieser Bericht heftige Reaktionen hervorgerufen hat.
Zahlreiche Medienberichte, Leserbriefe und eine Petition mit über 3'000 Unterschriften
führten dazu, dass sich die interessierten Parteien an einem Runden-Tisch zusammenfanden,
um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Im November 2018 wurde vom Runden-Tisch die Arbeit an der Charta Rigi 2030 abgeschlossen.
Sie zeigt den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sich die unterschiedlichen Interessengruppen
einigen konnten.   In der Einleitung heisst es:
Wir engagieren uns für den Schutz des ökologischen und kulturellen Erbes,
die moderate wirtschaftliche Entwicklung und eine hohe Lebensqualität der Bevölkerung der Rigi.
Wir verpflichten uns für eine nachhaltige Entwicklung, die auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft
Rücksicht nimmt.
Die "Grundsätze zur nachhaltigen Entwickung" enthalten allgemeingültige Absichtserklärungen
ohne konkrete Vorgaben, die erst noch zu erarbeiten sind.   Abschliessend wird festgestellt:
Die Charta Rigi stellt eine Selbstverpflichtung der Unterzeichneten dar.
Ihr kommt keine eigene Rechtsverbindlichkeit im Sinne eines durchsetzbaren Gesetzes zu.
So richtig rund scheint es am Tisch aber nicht zu laufen. Noch vor der Unterzeichnung der Charta
beschliesst die Rigi-Bahnen AG, die bestehende Seilbahn von Weggis nach Kaltbad durch eine
Gondelbahn zu ersetzen, womit die Kapazität von 640 auf 800 Personen pro Stunde erhöht wird.
Da bekommt der Begriff "Albtraum" eine ganz neue Bedeutung.

... und auch über neues Rollmaterial wird schon fleissig nachgedacht

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Ferien in Weggis
die Ferien     die Rigi     der See     die Schiffe     die Zukunft